Die Abwehr pflegerischer Maßnahmen stellt für viele pflegende Angehörige und Pflegebedürftige eine erhebliche Herausforderung dar. Oft sind Missverständnisse, mangelnde Aufklärung oder Ängste der betroffenen Person Gründe für die Ablehnung notwendiger Pflegehandlungen. Diese Abwehrreaktionen können den Pflegeprozess erschweren und sowohl physische als auch emotionale Belastungen mit sich bringen. Im Kontext unserer Arbeit als „Bundesweites Pflegenetzwerk“ (BWPN) haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, nicht nur Gutachten zu prüfen und höhere Pflegegrade zu erwirken, sondern auch aufzuklären und zu beraten. Wir unterstützen Familien dabei, individuelle und einfühlsame Lösungen zu finden, um die Akzeptanz pflegerischer Maßnahmen zu erhöhen. Denn eine vertrauensvolle und informierte Pflege schafft die Grundlage für eine bessere Lebensqualität und optimale Versorgung der Pflegebedürftigen. In diesem Beitrag widmen wir uns den verschiedenen Aspekten der Abwehr pflegerischer Maßnahmen, beleuchten Ursachen und bieten konkrete Lösungsansätze an, um den Pflegealltag für alle Beteiligten zu erleichtern.

Modul 3.8: Abwehr pflegerischer oder anderer unterstützender Maßnahmen

Abwehr von Unterstützung, z. B.

  • bei der Körperpflege
  • Verweigerung der Nahrungsaufnahme
  • Verweigerung der Medikamenteneinnahme
  • Manipulation an Vorrichtungen wie z. B. an Kathetern, Infusionen oder Sondenernährung

Dabei geht es in erster Linie um die Abwehr der genannten Maßnahmen gegenüber Pflegekräften (privat oder professionell) durch verbale Aggression und aggressivem Verhalten. Wenn eine pflegebedürftige Person generell zu diesem Verhalten neigt, ist es vorangig den Modulen “3.5 Physisch aggressives Verhalten gegenüber anderen Personen” sowie “3.6 Verbale Aggression” zuzuordnen.

Kommt es zur Abwehr pflegerischer oder anderer unterstützender Maßnahmen gibt es die nachfolgenden Möglichkeiten, diesen Umstand bei der bewertung der Pflegebedürftigkeit zur Erreichung eines Pflegegrades berücksichtigen zu lassen:

  • nie oder selten
  • selten (ein- bis dreimal innerhalb von zwei Wochen)
  • häufig (zweimal bis mehrmals wöchentlich, aber nicht täglich)
  • täglich

Da ein solches Verhalten von Person zu Person völlig unterschiedlich ist kommt es also in erster Linie darauf an, wie häufig eine solche “Entgleisung” im täglichen pflegerischen Alltag vorkommt.

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